Oberschönenfelder Qualitätskodex Präambel Der Kodex formuliert einen Konsens über die Auffassung von Qualität in Studium und Lehre. Er dient dazu, Hochschulleitung wie Lehrende für ihre Verantwortung gegenüber Studierenden, Wirtschaft und Gesellschaft zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, jegliches gesellschaftliches Handeln – inklusive des eigenen – kritisch zu reflektieren. Zugleich formuliert der Kodex die gemeinsamen Erwartungen von Hochschulleitung und Lehrenden an die Qualität in Studium und Lehre und führt so zu mehr Transparenz und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung. Alle für die Aus- und Weiterbildung verantwortlichen Kräfte sind sich einig: Kraft- quelle und Motor von Qualität sind Motivation, Zufriedenheit und Begeisterung der Lehrenden und Studierenden. Diese gilt es, im Miteinander zu fördern und Wege zur Erreichung von Motivation, Zufriedenheit und Begeisterung zu suchen. Gegenseitiges Vertrauen ist dabei die Basis für alle Qualitätsbemühungen. § 1 Inhaltlich-fachliche Qualität Die inhaltlich-fachliche Qualität eines Studiums ist die Grundlage für den Erwerb fachspezifischen Wissens. Da in der Komplexität des Lernumfelds „Hochschule“ die inhaltlich-fachliche Qualität von Studium nicht einer, sondern allen am Lehr- und Lernprozess unmittelbar beteiligten Gruppen geschuldet ist, manifestiert sich auch inhaltlich-fachliche Studienqualität in Verschiedenheit. Fachliche Qualität hängt ab • von den gelehrten Inhalten, • vom Niveau und den Kompetenzen der Lehrenden, • dem Niveau der Studierenden, • den zeitlichen und materiellen Ressourcen. Gemäß dem Ansatz des Profils „gefragte Persönlichkeiten“ sind sich die Lehrenden der Hochschule bewusst, dass sich Inhalte von Lehrveranstaltungen nicht allein auf die engen Grenzen eines Faches beschränken dürfen. Inhaltliche Qualität einer Lehrveranstaltung drückt sich unter anderem darin aus, dass Kompetenzen über die fachlichen Grenzen hinweg angeeignet, Wissen über Inhalte vernetzt, verschiedenartige Lerninhalte und Quellen zusammengefügt und soziale sowie interkulturelle Kompetenzen erworben werden. Die digitale und globale Transformation unserer Gesellschaft fordert die gesamte Hochschule in besonderem Maße heraus. Deshalb unterstützt die Hochschule den kompetenten Umgang mit der Digitalisierung und die Internationalität von Lehrenden und Studierenden. Die fachliche Qualität und Befähigung zur Lehre werden durch Berufungsverfahren (Professuren) oder andere Eignungsprüfungen (andere Lehrende) festgestellt. In einer sich immer wieder aufs Neue verändernden und innovativen Wissenslandschaft gilt es darüber hinaus für alle Lehrenden, die fachlichen Inhalte einer Lehrveranstaltung über Experiment, Forschung und Wissenstransfer zu aktualisieren und sich selbst über Praxismaßnahmen weiterzubilden. Gute Lehre erfordert zudem Offenheit gegenüber dem Bedarf der diversen Bezugsgruppen aus Wirtschaft und Gesellschaft sowie den Studierenden. Die Hochschule ist sich einig, dass auch bezüglich der inhaltlich-fachlichen Qualität ein reger Austausch mit Studierenden, Alumni und Wirtschaft nötig ist, deren Ergebnis nicht unerwidert bleiben darf. Gerade die Ehemaligen einer Hochschule können fundiert darüber Auskunft geben, auf welche Weise und in welchem Maß die erlernten Inhalte in die betriebliche Praxis Einzug finden. § 2 Didaktische Qualität Nicht nur die Inhalte, sondern auch die Lehrenden selbst, ihre Persönlichkeit und die authentische Art der Unterrichtsgestaltung haben Einfluss auf die Motivation und das Lernergebnis der Studierenden. Vor allem aber die didaktisch durchdachte Aufbereitung der Inhalte fördert den Erwerb von Kompetenzen. Die Lehrenden der Hochschule Augsburg sind sich des positiven Einflusses moderner didaktischer Methoden auf das Lernverhalten Studierender bewusst. Dabei können je nach Studiengang didaktische Methoden variieren. Die Hochschule unterstützt beim Einsatz digitaler Lehrmethoden, um die Qualität der Lehre und die Motivation der Studierenden und Lehrenden zu steigern. Zeitliche Freiräume sowie umfangreiche hochschulinterne und -externe Angebote sollen den Lehrenden ermöglichen, sich in dem gesamten Feld der Didaktik weiterzubilden. § 3 Betreuungsqualität Die Mitglieder der Hochschule definieren Betreuungsqualität als bedarfsgerechte, der individuellen studentischen Lebenssituation angepasste Unterstützung während des Studiums. Ziel der Betreuung ist es, einen den einzelnen Studierenden angepassten Studienverlauf zu ermöglichen, der ihnen als Individuen gerecht wird. Gute Betreuung, die sich im engen Kontakt zwischen Studierenden einerseits und Lehrenden bzw. unterstützenden Abteilungen andererseits ausdrückt, ist eines der Markenzeichen der Hochschule. Diese beginnt bereits mit der Beratung zur Studienwahl und der Unterstützung zu Studienbeginn. Um den besonderen Anforderungen verschiedener Studierender gerecht zu werden, bietet die Hochschule diesen passende Unterstützung an. Abgestimmte Betreuungsstrukturen und eine motivierende und angenehme Studienatmosphäre, die geprägt ist von einem offenen Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden, sind Teil der hohen Betreuungsqualität. Außerdem trägt eine individuelle Förderung, ein gutes Lernklima, transparente Bewertungen und die Bereitschaft zur offenen Kommunikation von Seiten der Lehrenden zu einer guten Betreuungsqualität bei. Zentrale Einrichtungen der Hochschule und Fakultäten sorgen sich gemeinsam darum, Betreuungsangebote zu erstellen, die sowohl leistungsschwache Studierende fördern, als auch leistungsstarken Studierenden die Möglichkeit bieten, Höchst- leistungen zu erbringen. Fragen zu Studium und Lehre, strukturierte Beratung und die Unterstützung der individuellen Karriereplanung der Studierenden sind Inhalte einer abgestimmten Beratung, die die Hochschule anstrebt. Hierzu werden die Chancen der Digitalisierung und der Internationalisierung für eine kontinuierliche Anpassung der Betreuungs- und Förderangebote genutzt. § 4 Berufsvorbereitende Qualität / Praxisbezug Berufsvorbereitende Qualität besteht in der Berufsbefähigung der Studierenden. „Employability“ wird dabei zum einen praktisch als fachliche Berufskompetenz, zum anderen aber als Befähigung gesehen, sich den Wandel einer zunehmend digitalisierten und internationalisierten Arbeitswelt sozial kompetent zu eigen zu machen. Berufsvorbereitende Qualität enthält daher nicht nur persönlichkeitsbildende, berufsfeldspezifische und unternehmerische Elemente, sondern befähigt dazu, mit den Konsequenzen der Digitalisierung und der Internationalisierung der Gesellschaft umzugehen, Herausforderungen zu begegnen und Chancen zu nutzen. Studierende dabei zu unterstützen, sich zu gefragten Persönlichkeiten für Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln, ist Ziel und Aufgabe der gesamten Hochschule. Die berufsvorbereitende Qualität der Lehrveranstaltungen leistet hierbei einen hohen Beitrag. Sie wird gespeist durch die Praxis der Lehrenden, die durch angewandte Forschung, Praxissemester und Nebentätigkeit im In- und Ausland, ihre Kenntnis des aktuellen Standes von Wissenschaft und Berufswelt aufrechterhalten. Lehrbeauftragte tragen ebenfalls zur Aktualität der Lehrinhalte bei. Die Hochschule unterstützt und fördert diesen Praxisbezug. Die Studierenden erwerben Praxiskenntnisse über Praktika, Studienprojekte, Auslands-aufenthalte und Abschlussarbeiten oder im Rahmen des dualen Studiums. Ihre Expertise kann für die Lehrenden eine wertvolle Ergänzung ihres Wissens sein. Die Hochschule greift zur Beurteilung ihrer berufsvorbereitenden Qualität die Anregungen von etablierten Unternehmen, Startups sowie von Alumni gerne auf, um ihrem Auftrag noch besser entsprechen zu können.