In diesem Seminar lernen die Studierenden das Salutogenese-Modell als zentrale theoretische Perspektive der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit kennen. Das Modell geht davon aus, dass Gesundheit kein statischer Zustand ist, sondern ein dynamischer Prozess, der sich im Spannungsfeld von Belastungen und Ressourcen vollzieht und durch individuelle, soziale und strukturelle Bedingungen beeinflusst wird. Es richtet den Blick nicht primär auf Krankheit, sondern darauf, wie Menschen ihre Gesundheit erhalten oder wiedergewinnen können. Aufgrund dieser grundlegenden Perspektive ist das Salutogenese-Modell nicht auf eine einzelne Profession beschränkt, sondern in unterschiedlichen gesundheitsbezogenen Arbeitsfeldern anschlussfähig. 

 

Das Modell dient den Studierenden als Orientierungsrahmen, um gesundheitliche Belastungssituationen sowie Bewältigungs- und Veränderungsmöglichkeiten systematisch zu erfassen, zu analysieren und professionell einzuordnen. Ziel des Seminars ist es, die Studierenden mithilfe des Salutogenese-Modells zu einem theoriegeleiteten professionellen Vorgehen zu befähigen. Anhand ausgewählter Fallbeispiele setzen sie sich damit auseinander, wie das Modell zur Strukturierung von Fallanalysen genutzt werden kann und wie sich sozialarbeiterisches Handeln auf dieser Grundlage fachlich begründen lässt. Dabei reflektieren die Studierenden insbesondere die Bedeutung von Ressourcen, Alltagsbewältigung und gesellschaftlicher Teilhabe im Kontext gesundheitlicher Belastungssituationen.