
Dass sich „körperliche Aktivität jederzeit positiv auf unser psychisches Empfinden und die Leistung“ (Fleckenstein, 2023, S. 47) auswirkt, ist inzwischen unbestritten. Wer regelmäßig körperlich aktiv ist, weist eine geringere Prävalenz für psychosomatische Beschwerden auf, erlebt sich selbstwirksamer, verfügt über ein höheres Selbstwertgefühl, trainiert seine Denkfähigkeit und baut Stress ab (Fleckenstein, 2023; Brandl-Bredenbeck, 2011). Wenngleich die positiven Effekte von Sport und Bewegung auf die Gesundheit inzwischen allgemein bekannt sind und Sport und Bewegung bei vielen Menschen fest im Alltag verankert sind, bewegen sich der WHO zufolge jedoch einer von vier Erwachsenen und vier von fünf Jugendlichen nicht ausreichend (WHO, 2020). Auch eine aktuelle, nicht repräsentative Online-Befragung unter Studierenden (n=116; 16% männlich, 80% weiblich, 4% divers; ø Alter 24 Jahre, ø drittes Fachsemester) des Studiengangs Soziale Arbeit (B.A.) an der THA zeigt, dass ein Großteil der Studierenden Sport und Bewegung zwar als hoch relevant für ihre Stressbewältigung einschätzen, aber weniger häufig zur Umsetzung bringen (Laarmann, Velroyen & Willner, 2024). So bleibt etwas mehr als ein Drittel (37%) unterhalb der WHO-Mindestempfehlung und ist an 0 bis max. 2 Tagen für jeweils eine Stunde körperlich aktiv. Mit Blick auf die Nutzer:innen der Angebote der Sozialen Arbeit zeigt sich zudem, dass die Zugänge zu Sport und Bewegung in hohem Maße abhängig sind von den kulturellen, sozialen und ökonomischen Lebenslagen der Menschen. So sind bspw. Mädchen mit Migrationsgeschichte seltener Mitglied im Sportverein als Mädchen ohne Migrationsgeschichte oder gleichaltrige Jungen (Burrmann, 2022). Darüber hinaus sind junge Menschen mit Migrationsgeschichte nicht nur insgesamt seltener Mitglied in Sportvereinen, sondern sie betreiben auch seltener selbstorganisierten Sport (Post & Reinders, 2019).
Mit dem Modul werden drei Ziele verfolgt: Erstens sollen Sie als angehende Sozialarbeiter:innen Formen von naturbezogenem Sport und Bewegung als hilfreich in Fragen der eigenen Gesunderhaltung erfahren können. Zweitens wird die Stärkung Ihrer Naturkompetenzen fokussiert, in dem Fragen rund um einen nachhaltigen Umgang mit der Natur diskutiert und Möglichkeiten der Nutzung der Natur als Medium (Green Care) und ausprobiert werden. Dabei wird Naturkompetenz als eine Schlüsselqualifikation für Sie als angehende Sozialarbeiter:innen verstanden, da sich Soziale Arbeit zunehmend zu einer Nachhaltigkeitsprofession entwickelt. Drittens sollen Sie dem Sport for Development-Ansatz (im deutschen Diskurs: Sport für Entwicklung) folgend darauf vorbereitet werden, die Nutzer:innen Ihrer künftigen Angebote mit einem um naturbezogene Sport- und Bewegungsansätze erweiterten Methodenrepertoire ganzheitlich in den Bereichen soziale Partizipation, Bildung und gesunder Lebensstil zu unterstützen. Zur Zielerreichung werden semesterbegleitende theoretische und praktische Veranstaltungen sowie eine knapp einwöchige Bergwander-Exkursion miteinander kombiniert.
- Dozent/in: Janine Linßer
- Dozent/in: Carina Roy
- Dozent/in: Friedrich Schöppler