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Der Blick der soziologischen Forschung gestaltet sich als eine Distanzierung von der praktischen Welt – einer Welt, die sich in der alltäglichen Praxis als Selbstverständlichkeit der eigenen Handlung(sbedingungen) darlegt. Während diese Distanzierung, dieser Bruch mit der Selbstverständlichkeit des In-der-Welt-Seins als konstitutive Berufspraxis der Soziolog:innen gilt (Bourdieu, 2010/2020), liegt die Relevanz für die unter Handlungsdruck stehenden Praktiker:innen der Sozialen Arbeit vielleicht nicht unmittelbar auf der Hand: So sind soziologische Perspektiven nicht nur als verfügbares Wissen für die Soziale Arbeit und als reflexives Verwendungswissen für die Praxis relevant. Sie finden ihre Relevanz zudem in der gesellschaftstheoretischen Analyse der Entstehung, Merkmale und Funktionen Sozialer Arbeit (Scherr/Bommes, 2012).

In diesem Seminar wollen wir gemeinsam über folgende Fragen nachdenken, diskutieren und reflektieren: Was ist ein soziologischer ‚Bruch‘ mit der (sozialpädagogischen) Praxis? Weshalb ist ein distanzierender Blick durch die soziale Kontextualisierung des eigenen fachlichen Handelns von Relevanz? Warum ist die Frage nach der unmittelbaren Praxisrelevanz von Ausbildungsinhalten in der Sozialen Arbeit nicht immer zielführend? Dazu wollen wir uns mit a) gesellschaftstheoretischen Verortungen der Profession Sozialer Arbeit und b) praxistheoretischen Auseinandersetzungen mit dem professionellen Tun beschäftigen sowie c) dies mit einander in Verhältnis setzen.

Wir wollen versuchen, uns diesen Perspektiven gemeinsam anzunähern. Das Seminar ist somit auf Ihre Lektüre der Seminartexte angewiesen – dies bedeutet aber nicht, dass Sie diese bereits „entschlüsselt“ mitbringen sollen. Unklarheiten, Fragen und Verwirrungen sind ausdrücklich erwünscht. 

Selbsteinschreibung (Teilnehmer/in)
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